Spektakulärer Maibaumklau: wieviel Moderne verträgt Tradition? Ein gesichertes Kraftwerk, ein 30 Meter langer Baum und 65 Burschen mitten in der Nacht in Karlsfeld auf Diebestour: Was den Inninger Maibaumdieben zusammen mit den Allachern da gelungen ist, kann man zurecht einen spektakulären Coup nennen. Sie haben sich "Mission Impossible"-gleich über ein Dachfenster abgeseilt und hatten trotz Kameras, Bewegungsmelder, Alarmanlage Erfolg. Ja, das Maibaumklauen ist mittlerweile zu einer hochtechnisierten Angelegenheit geworden, aber: wieviel Modernisierung verträgt ein Brauch, so dass er immer noch als Tradition gelten kann? / Sympathie verspielt? Playmobil schließt letztes deutsches Werk: Das nostalgische Puppenhaus, der Oldtimer, und vor allem: das Piratenschiff. Seit 1974 haben Generationen von Kindern damit gespielt, jetzt ist Schluss im Hause Playmobil. Zumindest, was die Produktion in Deutschland angeht: bis Ende Juni soll das letzte bestehende Playmobil-Werk im mittelfränkischen Dietenhofen geschlossen werden. In der Region ein Schock: Während sich der Betriebsrat um einen Sozialplan für die Mitarbeiter bemüht, trauern Fans um den Verlust eines global bekannten Spielzeugs, das den Sprung in die heutige Popkultur einfach nicht mehr geschafft hat. / Korbersdorf muss warten: Geplantes LKW-Verbot kommt nicht: Die Freude war riesig, als sich im Juli 2025 der Marktredwitzer Stadtrat für ein Durchfahrtsverbot für LKW im Ortsteil Korbersdorf aussprach – zunächst geplant als einjährige Testphase. Doch Lärm, Dreck und die ständige Gefahrenquelle seitens der durchrauschenden LKW sind immer noch nicht passé. Denn Standorte für Schilder oder bauliche Maßnahmen füllen rund 100 Seiten Planungsunterlagen, die erst einmal abgearbeitet werden müssen. Ein immenser bürokratischer Aufwand! Weshalb die Korbersdorfer mittlerweile schon fast ein Jahr warten, auf ein Verbot, das eigentlich schon seit fast einem Jahr gelten sollte. / Ewiger Streit: Zulauf zu Brennerbasistunnel immer noch unklar: Irgendwie geht's bei uns einfach nicht voran, beim Thema Brennerbasistunnel. Während Österreich und Italien längst bauen, wird bei uns immer noch diskutiert, und zwar über die Zulaufstrecken. Die Bahn will neu bauen und damit Hochgeschwindigkeitszüge möglich machen. Viele Anwohner und Experten halten das aber für landschaftszerstörend und zu teuer, fordern bestehende Gleise auszubauen. Und die Politik? Hätte eigentlich schon 2025 eine Entscheidung treffen sollen. Über die Entdeckung der Langsamkeit beim Traum von der schnellen Bahn. / Interessenskonflikt? Gesetz zwingt Stadträtin zu Jobwechsel: Wer sich in Bayern politisch engagieren will, braucht vor allem eines: den richtigen Job. Denn Beschäftigte von Städten und Gemeinden, die nicht körperlich arbeiten, dürfen oft ihr Mandat nicht annehmen. So muss eine frisch gewählte Stadträtin aus Pfaffenhofen an der Ilm ihren Job im Kindergarten aufgeben, um Kommunalpolitik machen zu dürfen. Der Grund steht in der Gemeindeordnung: sie will allein den Anschein von Interessenskonflikten vermeiden. Eigentlich gut, doch Kritiker sehen ein Repräsentationsproblem: gerade Frauen und Teilzeitkräfte werden so ausgebremst.